Viele Generationen unserer Familie bewirtschaften nachweislich seit dem 17. Jahrhundert die Weinberge rund um Weyher in der Pfalz. Dankbar schöpfen wir aus der reichen Erfahrung unserer Vorfahren und wissen deshalb genau, welche Parzellen die besten Standorte für unsere einzelnen Rebsorten sind und vor welche Herausforderungen uns das jeweilige Kleinklima stellt.
Durch den Bruch des Oberrheingrabens vor über 50 Millionen Jahren sind bei uns sehr tiefliegende Gesteinsschichten zu Tage getreten. Deshalb gibt es in der nur 85 Hektar umfassenden Weinbergsgemarkung von Weyher fünf verschiedene Gesteinsarten, die sich auf die Nachbargemeinden Burrweiler, Hainfeld und Rhodt ausweiten:
Kalkmergel
Buntsandstein
Rotliegendes
Granit
Schiefer
Ein wahrer Bodenschatz für einen passionierten Weinbau.
Die behutsame Pflege des Bodens und der Reben und die schonende Verarbeitung der Trauben ist die Basis für charaktervolle Weine, die vom Standort und durch das jeweilige Kleinklima geschliffen sind.
Dies ist das Geheimnis unseres Mottos
“Gesteine prägen Weine”.
Am 27. August haben wir mit der Weinlese begonnen. Nach einem trockenen Frühsommer gab es im Juli ausreichende Niederschläge. Somit waren die Reben sehr gut versorgt und sind sehr vital herangewachsen. Viele Sonnenstunden im August beschleunigten dann die Reife der Trauben. Bereits am 17. September konnten wir die diesjährige Weinlese abschließen und ein hochwertiger Jahrgang reift nun in unserem Keller heran. Unser Dank gilt unserem fleißigen Team, das uns zuverlässig unterstützt und maßgeblich zur herausragenden Qualität unserer Weine beiträgt.
Nachhaltigkeit und Respekt vor den Leistungen der Vorfahren:
Dies ist nicht nur bei der Weinbereitung unser Anspruch. Wir haben 2019 den ehemaligen Duras’schen Hof erworben, den wir als Wahrzeichen der Weinkultur unseres Dorfes ansehen. Das denkmalgeschützte Anwesen wurde seither umfassend saniert und dank der weitgehend noch vorhandenen Originalausstattung stahlt seine ursprüngliche Schönheit nun wieder auf den Ortskern von Weyher aus.
Das Torhaus und der Barocksaal im ehemaligen Duras’schen Hof bieten am Weyherer Weinfest eine besondere Umgebung zum Genuss unserer Weine.
“In der Region Weinstraße in der südlichen Pfalz findet sich die Dorfgemeinde Weyher. Zwischen dem Pfälzerwald und Rhein gelegen, stellt Weyher mit seiner gut erhaltenen Bausubstanz des 16. bis 20. Jahrhunderts mit den dorftypischen öffentlichen Gebäuden, Fachwerkhäusern und zahlreichen Torbögen eine charakteristische Winzergemeinde der Südpfalz dar. Ein beeindruckendes Beispiel ist der unmittelbar am Ortsausgang gelegene ehemalige Duras’sche Hof. In Kern stammt er bereits aus dem frühen 17. Jahrhundert und erfuhr Mitte des 18. Jahrhunderts eine prägende Erweiterung:
Neben dem Hauptgebäude entstand ein Saalbau, dessen barocke Ausstattung größtenteils noch erhalten ist.
Gegenwärtig erfolgt eine umfassende Gesamtsanierung des Anwesens, dabei wurden bei ersten Rückbaumaßnahmen im Saal Teile der bauzeitlichen barocken Wandmalereien wiederentdeckt. Sie gaben schließlich den Anlass für eine restauratorische Untersuchung im Sommer 2024. Zunächst erfolgte eine Bestands- sowie Zustandserfassung der Raumoberflächen und wandfesten Ausstattung und im Anschluss daran wurden Konzeptvorschläge hinsichtlich der Freilegung, Konservierung und Restaurierung der Wandmalereien erarbeitet und beispielhaft in Musterflächen umgesetzt.
Beim sog. Barocksaal, der sich im ersten Obergeschoss über der Hofeinfahrt befindet, handelt es sich um einen rechteckigen Raum von ca. 33 m² , mit lichter Höhe von knapp 3 m und jeweils drei Fenstern in der Süd- und Nordwand. Über einen schmalen Flur ist er mit dem Haupthaus verbunden und über zwei Türen zugänglich. Sowohl die Wände des Saals als auch die flache Decke über einer gerundeten Voute sind glatt verputzt und mit schmalen umlaufenden Stuckprofilen verziert. Einen zentralen Blickfang bildet der ursprünglich offene Kamin aus Sandstein mit geschwungenem Sturz, bildhauerisch gestalteten Oberflächen und einem raumhohen Aufbau mit hölzernem Schnitzwerk.
Zur erhaltenen barocken Ausstattung zählen weiterhin der Dielenboden, eine niedrige Lambris, die Tür, Blendrahmen und sogar die Kreuzstockfenster, die zwar im Raum durch moderne Kunststofffenster ersetzt wurden, jedoch eingelagert erhalten geblieben sind.
Nicht nur die Vollständigkeit der Ausstattung ist bemerkenswert, sondern vor allem auch die Gestaltung der Oberflächen und die darin ablesbare Ausführungsqualität. So ergab die restauratorische Untersuchung, dass nicht nur alle Wandflächen, sondern auch der Deckenspiegel mit barocken Malereien gestaltet sind, die in einem außergewöhnlich guten Zustand unter jüngeren Überfassungen erhalten sind. Die Wandflächen sind in verschiedene Bildfelder mit figürlichen oder floralen Motiven gegliedert: Es gibt drei großformatige Portraits weiblicher Figuren vor farbigen Hintergründen, die Landschaften andeuten. Die dargestellten Damen tragen mehrfarbige lange Kleider im Stil der Zeit und detailreiche Frisuren. Die unterschiedlich breiten Bildfelder dazwischen zeigen wandhohe Blatt- und Blumengehänge sowie dekorative Bündel von Gegenständen (Jagdwaffen, Musikinstrumente o. ä.). Die Arrangements sind mit leuchtend roten Bändern und Schleifen unterhalb des Stuckprofils „aufgehängt“.
Gegenwärtig sind die Wandmalereien durch aufliegende Reste jüngerer Überfassungen nur schemenhaft zu erkennen und wirken verwaschen. Die Musterrestaurierung zeigte jedoch, dass die ursprünglich klaren und hellen Farben wieder sichtbar werden können. Aufsehen erregten zunächst die unerwarteten Befunde barocker Malereien an der Decke. In Sondierungsschnitten konnte eine vollflächige farbige Gestaltung sowie ein Ausschnitt einer großformatigen weiblichen Figur nachgewiesen werden. Ob es sich dabei um ein Detail einer monumentalen Szene oder eines kleineren Bildmedaillons handelt, ist noch unklar.
Die barocke Raumfassung wurde durch weitere Details ergänzt: Die Stuckprofile, waren ockergelb abgesetzt, es gab gemalte Rahmen und Marmorierungen von Voute und Fenstergewänden sowie zarte Grisaillemalereien ober- bzw. unterhalb der Tür- und Fensteröffnungen. Die Holzoberflächen waren zunächst nur mit getöntem Lack veredelt und die Schnitzereien teilvergoldet. In Zuge einer frühen Überarbeitung wurde diese Gestaltung noch durch Marmormalereien am Kamin und eine zweifarbige Fassung der Lambris aufgewertet.
Die außergewöhnlich üppige Gestaltung des Saals mit den großformatigen figürlichen Malereien lässt eher an Luxusausstattungen fürstlicher Prachtbauten denken, denn an ländliche Bürgerhäuser. Die Frage nach den Hintergründen beantwortet sich in der Geschichte der Bauherrenfamilie von Duras, in deren Besitz sich das Anwesen noch bis ins späte 19. Jahrhundert befand. Zur Bauzeit des Barocksaals hatte es die altadelige Familie des aus den Niederlanden eingewanderten ersten Duras in Weyher bereits „zu etwas gebracht“. Sie war im Ort hochangesehen, vermögend, gebildet und mehrere Mitglieder waren tatsächlich in höfischen Diensten oder hohen Ämtern tätig. Es bestanden also Möglichkeiten, Kontakte und offensichtlich auch ein Bedürfnis, höfische barocke Wohn- und Repräsentationskultur in das eigene Wohnumfeld zu übertragen.
Sunniva Vohland
Dipl.-Restauratorin, Köln
Claudia Gerner-Beuerle
GDKE, Landesdenkmalpflege,
Restaurierung”
Die Ortsweine des Jahrgangs strotzen nach einer kurzen Flaschenreife vor Frucht und jugendlicher Frische.
Unsere besonderen Empfehlungen vom Jahrgang 2024:
Ruhrgebiet, Westfalen
Schwarzwald, Freiburg, Hilzingen, Tuttlingen, Aldingen, Hechingen, Waiblingen, Heidelberg
Augsburg, Garmisch-Partenkirchen, München, Ingolstadt, Pyrbaum (Oberpfalz)
Koblenz, Bad Honnef, Bonn, Köln, Leverkusen, Pulheim, Krefeld, Düsseldorf, Wuppertal
Helmstedt, Magdeburg, Berlin, Finsterwalde, Leipzig, Erfurt
Frankfurt am Main, Bad Nauheim, Biebertal, Siegerland, Olpe, Taunus
Duisburg, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Herne, Marl, Münster, Bad Bentheim, Osnabrück
Göttingen, Hildesheim, Hannover, Detmold, Lemgo, Bielefeld, Oelde
Euskirchen, Weilerswist, Bergheim, Düren, Aachen, Mönchengladbach, Nettetal, Saarland
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